1.3 Der betriebliche Leistungsprozess und Du mitten drin
Reiter
Was bedeuten „betriebliche Leistungsprozesse“ genau und was heißt das für dich?
Betriebliche Leistungsprozesse sind Qualifikationen, die mit dem Titel „Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement“ angenommen werden. Im Klartext bedeutet das, dass dir als Kaufmann oder Kauffrau im Büromanagement bestimmte Fähigkeiten zugesprochen werden, unabhängig ob es um Großfirmen oder Kleinunternehmen geht und unabhängig des Wirtschaftszweiges oder der Branche.
Unter Leistungsprozesse werden:
- Dienstleistungen oder
- Sachleistungen verstanden
Folgend findest du detailierte Erläuterungen was genau Dienstleistungen oder Sachleistungen ausmachen.

Dienstleistungsangebote sind in Abgrenzung zu Warenproduktion zu verstehen, man spricht in dem Zusammenhang auch von immateriellen Gütern. Ein Merkmal von Dienstleistungsangeboten ist die Kombination aus Produktion und Verbrauch. Darunter fallen z.B. Kosmetikbehandlungen, die Haarpflege im Friseursalon, Taxifahrten oder Musicalaufführungen, aber auch öffentliche Dienstleistungen, wie der Bürgerservice der Stadt.
Dienstleistungen sind nicht nur in den gerade erwähnten Bereichen vertreten, sondern betreffen auch alle Bereiche der Wirtschaft, die NICHT selbst Warengüter produzieren, sondern diese vertreiben, wie z.B. der (Online-) Handel, das Bankwesen, Versicherungen oder Speditionen.
Ein Handelsunternehmen hat die Aufgabe, Waren zu beschaffen, um ein Sortiment zu bilden. Weiter ist ein Handelsunternehmen für die Organisation der Lagerhaltung und auch für die Beratung von KundInnen zuständig. Diese drei Komponenten machen den Erfolg eines Unternehmens aus und ergeben den Absatz. Die verkauften Waren, werden NICHT selbst produziert, sondern ein- und verkauft.
Ein Handelsunternehmen organisiert und strukturiert seine Abläufe so, dass dem entsprechenden Kundenkreis gewünschte Warengüter unmittelbar zur Verfügung stehen. Damit das auch so ist, gibt es einige Dinge zu berücksichtigen:
- Das Handelsunternehmen stellt sich ein Sortiment aus unterschiedlichen Waren und Gütern zusammen. Dieses Sortiment unterscheidet sich je nachdem, um was für eine Art Handelsunternehmen es sich handelt. Ein Discounter bietet dem Verbraucher oder der Verbraucherin in der Regel ein breites Sortiment zu einem möglichst günstigen Preis an, wohingegen ein exklusives Möbelhaus eher ein kleineres Sortiment mit ausgewählten hochwertigen und hochpreisigen Möbeln anbietet. Großhändler wiederum sind häufig spezialisiert und sprechen nur einen ausgewählten Kreis an Kunden und Kundinnen an. So ist z.B. ein Großhandel für Kosmetik und Fußpflege darauf ausgerichtet, das Sortiment an den Bedürfnissen der gewerbetreibenden KosmetikerInnen, FußpflegerInnen und PodologInnen auszurichten.
- Das Handelsunternehmen kümmert sich um eineangemessene Lagerhaltung. Angemessen bedeutet in dem Zusammenhang, dass die Lagerhaltung den Bedürfnissen des Kundenklientels entsprechen sollte. Wer kennt es nicht, ein Discounter bewirbt einen Artikel, der bereits am nächsten Morgen kurz nach Ladenöffnung ausverkauft ist. Das ist zwar ärgerlich, aber kein „Weltuntergang“. Bei Apotheken und Großhändlern, die auf eine schnelle Verfügung des benötigten Artikels angewiesen sind, ist eine strukturierte Lagerhaltung wichtiger. Ein Patient kann nicht auf ein Medikament verzichten, nur weil es gerade nicht da ist. Ebenso ist es bei einem Großhandel, der auf Autoersatzteile spezialisiert ist. Dieser sollte in der Lage sein dafür zu sorgen, dass die Kfz-Werkstatt unmittelbar mit den benötigten Teilen beliefert wird, damit eine Reparatur zügig abgewickelt werden kann. Der Kunde oder die Kundin ist schließlich in der Regel auf das Auto angewiesen.
- Ein Handelsunternehmen nimmt eine Beratungs- und Vermittlungsfunktion ein. Durch das Know-How eines Handelsunternehmens innerhalb eines spezifischen Absatzmarktes, kann ein Handelsunternehmen zwischen VerbraucherInnen und HerstellerInnen vermitteln. Hersteller sind auf Informationen angewiesen, was der Markt benötigt und was VerbraucherInnen wünschen. Durch Gespräche und Beratung des Kunden oder der Kundin, erfährt ein Handelsunternehmen, was derzeit gefragt ist und gibt diese Informationen an die Hersteller weiter.
- Finanzierungen - damit sind unter anderem Kreditverträge, Darlehens- oder Baufinanzierungen gemeint.
- Zahlungsverkehr - darunter fallen Ein- und Auszahlungen an Automaten, bargeld- und bargeldloser Zahlungsverkehr.
- Einlagen - darunter fallen unter anderem Tagesgeldkonten oder Sparkonten.
- Anlage- und Wertpapiergeschäfte - damit ist die Beratung und Aufklärung von Kunden und Kundinnen über Aktien, Fonds und ähnliches gemeint, aber auch der Kauf, Verkauf und Verwaltung von Wertpapieren.
- Weitere Dienstleistungen - Bausparverträge, Versicherungen (private Rente, Riester u.v.m.).
Zu Versicherungsbetrieben gehören zum Beispiel: Unfallversicherungen, KFZ-Versicherungen, Zahn-Zusatzversicherungen, Haftpflicht- und Hausratsversicherungen, etc.
Die Versicherungsunternehmen sind für die Schadensregulierung verantwortlich und dein Ansprechpartner im Schadensfall.
Bei Versicherungen ist es üblich, die Prämie entweder monatlich, quartalsweise oder jährlich zu entrichten, damit du im Schadensfall Anspruch auf eine Schadensregulierung durch die Versicherung hast.
Fallbeispiel: Du zahlst monatlich deine Kfz-Versicherung. Solltest du in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, übernimmt deine Versicherung oder die Versicherung der anderen Partei, die Reparaturen an den beteiligten Fahrzeugen, abhängig davon, wer den Schaden verursacht hat.
Zusammenfassend halten wir fest, dass ein Versicherungsunternehmen, durch die entrichteten Prämien aller Versicherten (Risikoverteilung), die Schadensregulierung im Einzelfall sicherstellen kann. Das Risiko eines Kfz-Versicherungsunternehmens ist, dass junge FahranfängerInnen mit höherer Wahrscheinlichkeit in einen Unfall verwickelt werden als ältere und erfahrene AutofahrerInnen. Deshalb sind die Prämien für FahranfängerInnen in der Regel höher.
Der Transport von Personen, Waren und Gütern zählt ebenfalls zu den Dienstleistungsangeboten.
Speditionen, Fluglinien, Busse, Bahnen, Lastkraftwagen und Schiffe gehören zu den Haupttransportmitteln. Das Hauptziel ist der Transport von Personen, Waren und Gütern von A nach B, mit der logistischen Herausforderung, den Auftrag möglichst zeit- und kostensparend sowohl für das Transportunternehmen als auch für den/die AuftraggeberIn umzusetzen. Die Transport Dienstleistung beinhaltet auch die Beratung von Auftrggebern und Auftraggeberinnen.
Auch die Grundversorger gehören zu den Dienstleistungsunternehmen. Hierzu zählt der öffentliche Dienst, z.B. die Gesundheitsversorgung (ÄrztInnen, Krankenhäuser), Energieversorgung (Gas, Wasser, Strom), die Stadtverwaltung (Bürgerservice), soziale Fürsorge (Alten- und Pflegeversorgung), Bildung (Schulen und Kindergärten) sowie Dienstleistungen im Kultur- und Freizeitbereich.
Sachleistungen hingegen sind Leistungen, die ein Endprodukt, also materielle Güter herstellen. Wie z.B. Industriebetriebe oder Handwerksbetriebe.
Ein Industriebetrieb stellt zum Beispiel Teile für ein Auto, Bauteile für einen Computer oder Ähnliches her.
Handwerksbetriebe sind, um nur einige Beispiele zu nennen, für z.B. einzelne Bauabschnitte (Elektrik, Heizung, Maurerarbeiten, Verputzarbeiten etc.) oder das Herstellen von Möbeln (Schreinerei) verantwortlich.
Ökonomisches und wirtschaftliches Arbeiten (= Effizienz) ist einer der Hauptfaktoren für den Unternehmenserfolg. Effizientes Arbeiten bedeutet, die einzelnen Arbeitsschritte möglichst wirtschaftlich auszuführen. Hierfür sind die folgenden Prozesse relevant:
- Forschung und Entwicklung - Forschung an neuen kostengünstigeren und umweltschonenderen Materialien für den Produktionsprozess.
- Planung des Produktionsprogramms - "Das Produktionsprogramm enthält die Gesamtheit aller Produkte eines Unternehmens in der Art und Menge und bestimmt zugleich den Ort der zu produzierenden Produkte für einen festgelegten Zeitpunkt bzw. definierten Zeitraum." (Wikipedia)
- Fertigungsplanung – dieser Begriff ist auch unter den Synonymen Arbeitsvorbereitung oder Auftragsvorbereitung bekannt. Die Fertigungsplanung beinhaltet die Planung des Bedarfs auf Basis von Vorhersagen und konkreter Nachfrage auf dem Markt. Hierzu gehört die Einschätzung des Grundmaterialbedarfs sowie des benötigten Zeit- und Kapazitätenaufwandes. Nach erfolgter Auftragsfreigabe erfolgt die Produktionsabwicklung. (Gabler Wirtschaftslexikon)
- Qualitätssicherung – Unter Qualitätssicherung versteht man den Prozess der Überprüfung von zuvor definierten Kriterien in Bezug auf Sicherheit und Qualität zur Einhaltung von qualitativen Standards.
- Lagerhaltung – Die Lagerhaltung gehört zu den kostenintensiven Faktoren innerhalb von Produktionsprozessen. Die Herausforderung für Unternehmen ist es, Lagerhaltungskosten einerseits möglichst gering zu halten und andererseits die zeitnahe Abwicklung eingehender Aufträge sicherzustellen.
- Einzelfertigung (Auftragsfertigung) – Ein Unternehmen stellt nur eine einzelne Einheit eines Produktes her. Das Produkt kann zu einem anderen Zeitpunkt auf gleiche oder ähnliche Weise erneut hergestellt werden. Hierzu gehören unter anderem die Fertigung von einem Ein- oder Mehrfamilienhaus oder individualisierte Möbelstücke.
- Serienfertigung – „Bei Serienproduktionen werden größere, aber begrenzte Stückzahlen von unterschiedlichen Produkten (bzw. Produktarten) nacheinander auf den gleichen […] Produktionsanlagen hergestellt.“ (Gabler Wirtschaftslexikon)
- Sortenfertigung – Die Sortenfertigung oder auch Sortenproduktion, unterschiedet sich nur unwesentlich von der Serienproduktion. Es werden ebenfalls begrenzte Stückzahlen von Waren oder Produkten gefertigt. Die nachfolgende Produktion unterscheidet sich hier jedoch nur in Form von Farben, Materialien etc., was bedeutet, dass keine oder nur marginale Änderungen an den Produktionsmaschinen vorgenommen werden müssen.
- Massenfertigung – „Bei sehr großem Produktionsvolumen kann der Betrieb von der Serienproduktion zur Massenfertigung übergehen, indem er nur noch ein Produkt in unbegrenzter Zahl herstellt. Die Planung legt dabei der Produktion keinerlei Beschränkung mehr auf, da für den anonymen Markt produziert wird.“ (Gabler Wirtschaftslexikon)
Die Organisation der Fertigungswege unterscheidet sich je nachdem was in welcher Art gefertigt werden soll.
Bei der Massenfertigung handelt es sich meist um Fließbandproduktion. Das bedeutet, dass die einzelnen Arbeitsplätze und Maschinen, so angeordnet werden, dass der Ablauf der Herstellung gewährleistet ist.
So zum Beispiel bei der Abfüllung von Getränken oder Produktion von Automobilen.
Ein weiterer Fertigungstyp ist die Werkstattproduktion. Die Werkstattproduktion ist dadurch gekennzeichnet, dass in Teilbetrieben einer Produktionsstätte jeweils gleichartige Produktionseinrichtungen bzw. Arbeitssysteme als abgeschlossene Einheiten zusammengefasst sind. Bei Werkstattproduktionen gibt es unterschiedliche Durchlaufwege der zu bearbeitenden Produkte bzw. Aufträge. Teilbereiche bei Werkstattproduktionen sind z.B. Dreherei, Bohrerei, Fräserei, Schleiferei und Lackiererei.
(Gabler Wirtschaftslexikon)
Die Gruppenproduktion beschreibt eine Kombination aus Werkstatt- und Fließbandproduktion.
Bestrebungen eines Unternehmens haben sowohl wirtschaftliche, soziale und ökonomische Bestandteile.
Die Hauptbestrebung eines Unternehmens ist das sichere Fortbestehen und eine stabile Positionierung auf dem Markt. Zu erreichen ist dieses Ziel vorrangig durch das Schreiben „schwarzer Zahlen“.
Was sind „schwarze oder rote Zahlen“?
Ein Unternehmen schreibt „schwarze Zahlen“, wenn es Gewinn macht.
„Rote Zahlen“ hingegen bedeutet, dass ein Unternehmen Verluste schreibt.
Damit ein Unternehmen Gewinne erzielen kann, sind Faktoren wie z.B. Umsatzsteigerung, Liquidität, Wettbewerbsfähigkeit und ein stetiges Wachstum des Unternehmens von Bedeutung.
Allerdings ist ein erfolgreiches wirtschaftliches Arbeiten abhängig von weiteren Faktoren. In Anbetracht der Mitarbeitenden eines Unternehmens sind auch die sozialen Faktoren der innerbetrieblichen Prozesse bedeutend. Ebenso wie die gesellschaftlichen Erwartungen an eine umweltbewusste (ökologische) Unternehmensführung!
Ob ein Unternehmen erfolgreich gewirtschaftet hat, kann anhand von verschiedenen Berechnungen gemessen werden.
Unter anderem kann durch die Ermittlung des Outputs unter Betrachtung des Inputs die Produktivität eines Unternehmens gemessen werden. Was bedeutet das genau?
Unter Output versteht man z.B. den Umsatz, mit Input sind die investierten Mittel gemeint, die den Output ermöglichen.
Output und Input kann für verschiedene Unternehmensziele berechnet werden, so z.B. auf die Arbeitsproduktivität. Wie effizient sind Mitarbeitende oder Arbeitsprozesse? Dazu nimmt man z.B. die erzeugte Stückzahl und teilt diese durch die aufgewendeten Arbeitsstunden.
Tagesergebnis: 259 Stück
Zeitaufwand: 7 Stunden
259: 7 = 37 Stück pro Stunde
Ob dies nun produktiv ist oder nicht, hängt ganz von der Zielsetzung des Unternehmens ab. Liegt die Zielsetzung bei 50 Stück pro Stunde, wäre die Arbeitsproduktivität negativ, liegt die Zielsetzung bei 25 Stück pro Stunde handelt es sich um eine positive Arbeitsproduktivität!
Ein weiterer wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Unternehmen ist dessen Liquidität. Liquide zu sein bedeutet, dass ein Unternehmen in der Lage ist, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln, alle offenen Posten begleichen und ggf. auch in Vorleistung treten zu können.
In einigen Brachen ist es üblich in Vorleistung zu treten, dafür sind natürlich die finanziellen Mittel (Liquidität) notwendig, denn der Umsatz für das Unternehmen wird erst zeitlich versetzt, manchmal sogar erst Monate später erfolgen.
Soziale Bestrebungen
Für den Erfolg eines Unternehmens sind auch die sozialen Aspekte von großer Bedeutung!
Ein Unternehmen ist nämlich nur so gut, wie seine Mitarbeitenden. Sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufrieden, ist die Arbeitsatmosphäre deutlich besser, was zugleich die Produktivität und Effizienz steigert.
Faktoren, die für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Interesse sind, sind die Arbeitsbedingungen, wie z.B. familienfreundliche und flexible Arbeitszeiten, eine angemessene Entlohnung und ein sicherer Arbeitsplatz! Im Zuge der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen Möglichkeiten für das Arbeiten im Home-Office geschaffen oder ausgebaut. Selbstverständlich ist dies von der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens anhängig. Wenn ein Arbeitgeber oder eine Arbeitgeberin grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu den Angestellten pflegt und sich für faire Arbeitsbedingungen einsetzt, ist die Loyalität der Angestellten dem Unternehmen gegenüber meist höher, was sich auf die Fluktuation von Mitarbeitenden auswirkt.
Umweltbewusste Unternehmensführung
Gerade die derzeitig herrschenden Klimawandeldebatten erfordern zunehmend ein Umdenken der Firmen.
Der Schutz der Umwelt, durch schadstoffarme Produktionsverfahren, Verwendung von recycelten Wertstoffen und das Schonen von Ressourcen, ist dabei der Dreh- und Angelpunkt von nachhaltiger Produktion.
Die Gesellschaft verlangt heute immer mehr nach umweltbewusstem und humanem Handeln und boykottiert sogar Produkte von Unternehmen, die bekanntermaßen nicht umweltbewusst agieren. Wirk- und Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten sollten z.B. auf Mikroplastik verzichten, Kartonagen und Verpackungen von Duschgels, Bodylotions etc. sollten aus recyceltem Material bestehen. Herstellungsprozesse und verwendete Materialien sollen unter humanen, umweltfreundlichen Bedingungen stattfinden.
Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext nicht nur umweltbewusstes Handeln, sondern bezieht sich auf alle drei soeben genannten Punkte!
1. Wirtschaftlichkeit
2. Soziales
3. Ökonomie
Wichtig: Die Betrachtung dieser drei Punkte von Nachhaltigkeit unterschiedet sich je nach Perspektive. Die oben genannten Punkte sind aus unternehmerischer Sicht beschrieben.
Über das hier verlinkte Video erhälst du Informationen über das drei Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, besonders im gesellschaftlich-privaten Bereich! Viel Spaß beim Schauen.
Zu der funktionalen Struktur eines Unternehmens gehören folgende Bereiche:
- Unternehmensführung und Verwaltung
- Einkauf
- Produktion von Dienst- oder Sachleistungen
- Vertrieb
- Bereitstellung und Verwaltung von Kapital (Finanzierung)

Die Führung und Verwaltungsebene bildet die Spitze des Unternehmens und ist verantwortlich für die Steuerung der operativen Ebenen. Das Human Resources Management (Personalwesen) ist Teil der Verwaltung und umfasst alle Aufgaben die sich auf die Bedarfsplanung, die Auswahl und den Einsatz von Personal beziehen.
Die operativen Unternehmensebenen umfassen die drei Bereiche Einkauf, Produktion und Vertrieb.
Der Einkauf ist für die Beschaffung von Waren, Produktionsgütern oder Materialien verantwortlich. Dies beinhaltet sowohl die Aushandlung von Konditionen (Preis, Lieferzeit, Zahlungsbedingungen) als auch den Einkauf von Waren für den betrieblichen Bedarf (Maschinen, Büromaterialien).
Die Ebene der Produktion von Dienst- und Sachleistungen findet sich neben dem Einkauf, unterhalb der Führungsebene. Wie schon zuvor beschrieben, können Waren in verschiedensten Produktionsprozessen hergestellt werden. Siehe dazu oben die Reiter Dienst- und Sachleistungen.
Der Vertrieb ist der dritte operative Bereich des Unternehmens und ist für den Verkauf der produzierten Dienst- und Sachleistungen verantwortlich. Dies umfasst sowohl das Marketing als auch konkrete Vertriebsstrategien, die den Absatz erhöhen sollen.
Durch die Bereitstellung und Verwaltung von Kapital werden die operativen Ebenen finanziert und gestützt.
Ohne ein Zusammenspiel aller Ebenen ist ein Unternehmen nicht handlungsfähig.
Folgend ein konkretes Beispiel:
Eine große Hotelkette erfragt bei einem Kosmetikhersteller, ob es möglich sei, die im Hotel verwendeten und angebotenen Kosmetikprodukte unter Private Label herstellen zu lassen.
Der Einkauf muss Informationen in Bezug auf Einkaufskonditionen, Beschaffungszeiten und Lieferbarkeit einholen. Nachdem das erfolgt ist, muss in der Leistungserstellung eine Kalkulation über den Produktionsprozess erstellt werden. Die Verwaltung ist der Entscheidungsträger! Ob ein Angebot erstellt wird oder nicht, hängt von der Effizienz (Verhältnis Input, Output) ab.
Wenn sich die Führungsebene dafür ausspricht, ein Angebot zu erstellen, ist der Vertrieb für die weitere Korrespondenz mit der Hotelkette verantwortlich. Die Finanzabteilung stellt die nötigen Mittel für die Produktion bei Auftragsannahme durch den/die KundIn zur Verfügung!
"Der Unternehmensstandort ist der Ort, an dem sich ein Unternehmen befindet.
Entgegen einer häufig in der betriebswirtschaftlichen Literatur vertretenen Auffassung wird der Unternehmensstandort bei Unternehmensgründung nicht immer aus rationalen Überlegungen heraus festgesetzt: Neue Unternehmen entstehen in der Regel dort, wo der oder die Gründer ansässig sind. In der Mehrzahl aller Fälle kommen betriebswirtschaftliche Überlegungen erst dann ins Spiel, wenn ein Unternehmen gewachsen ist und neue Standorte sucht. Standortplanung tritt also dann ein, wenn ein Unternehmen eine expansive Phase erreicht hat." (https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmensstandort)
Die wichtigsten Faktoren sind grundsätzlich, ob Gewerbeflächen für ein Unternehmen geeignet sind (Räumlichkeiten, Lage, Anbindung).
Ein positiver Faktor des Standortes eines Unternehmens ist, wenn sich das Unternehmen im unmittelbaren Einzugsgebiet der Zielkundschaft befindet. Das vereinfacht die Neukundengewinnung! Viele Personen bevorzugen einen Ansprechpartner direkt vor Ort.
Weitere wichtige Faktoren bei der Standortsuche von Unternehmen sind unter anderem:
1. Gewerbesteuer – diese ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Umsatzstarke Unternehmen messen diesem Faktor in der Regel eine hohe Bedeutung bei.
2. Erreichbarkeit – Unternehmen, die täglich große Lieferungen erhalten, die durch LKWs transportiert werden, messen dem Faktor der Infrastruktur sowie den logistischen Anforderungen der Wareneingangsorganisation (Platz für LKWs zum Entladen) Bedeutung bei. Aber nicht nur auf Lieferanten ist die Lage eines Unternehmens abzustimmen, wichtig ist auch die Frage nach verfügbarem, gutem Personal, sowie die Verkehrsanbindung (Bus, Bahn) rund um den Unternehmensstandort.
3. Nähe zu Lieferanten – dies spart Zeit und Transportkosten!
4. Alleinstellungsmerkmal – wenn ein Unternehmen, wenig oder keine Mitbewerber in der näheren Umgebung hat, hat dies in der Regel eine positive Auswirkung auf den Absatz. Wenn sich dennoch Mitbewerber in der unmittelbaren Umgebung finden, dann ist es wichtig sich über dessen Sortimentsaufstellung, Preisstruktur und Serviceangebote zu informieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
5. Kosten – abgesehen von der Gewerbesteuer, ist es wichtig den Faktor Kosten allgemein zu betrachten. Wie hoch ist die monatliche Miete? Gibt es eine automatische Mietsteigerung? Ist der Miet- oder Pachtvertrag befristet? Wie hoch sind die Unterhaltskosten (Mietnebenkosten)? Müssten, können oder dürfen Umbauten vorgenommen werden, wenn ja wie hoch sind die zu erwartenden Kosten dafür?
6. Glasfaser – in unserer digitalisierten Welt, ist eine schnelle und stabile Internetverbindung ein wichtiger Faktor, der ebenfalls in die Kriterien bei der Standortsuche mit einfließt.
Für den Einzelhandel ist es besonders wichtig, dass sich der Standort des Geschäftes in einer frequentierten Gegen (z.B. Einkaufsstraße) befindet, da somit mehr Kunden und Kundinnen, auch Laufkundschaft genannt, direkt erreicht werden können!
Unsere Umwelt wird immer weiter belastet und die natürlichen Ressourcen werden immer knapper. Erhöhter Konsum, die Wegwerfgesellschaft und die hohe Bevölkerungsdichte der Erde, haben bereits jetzt unsere Umwelt und das Klima nachhaltig geschädigt.
Um weitere Schäden zu vermeiden ist ein Neu- und Umdenken erforderlich.
Umweltorganisationen wie EMAS setzten sich für einen nachhaltigen Schutz der Erde ein und bieten Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, sich an dem System für Umweltmanagement zu beteiligen.
Es gibt selbstverständlich noch weitere Umweltorganisationen, da EMAS eines der größten und bekanntesten Umweltmanagementsysteme ist, wird dieses nachstehend detaillierter betrachtet.
Folgend erhältst Du einen kleinen Einblick was EMAS ist und welche Funktionen das System übernimmt.
„EMAS ist das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem. Mithilfe des EU-Instruments zeigen Unternehmen und Organisationen, dass sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Wer sein Engagement nach innen und außen kommuniziert, bindet zudem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, stärkt sein Image, schafft Vertrauen und stellt die Organisation zukunftssicher auf. Rund 1.200 Unternehmen in Deutschland leisten durch EMAS bereits einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz. Seien auch Sie dabei!
Wer an EMAS teilnimmt,
- erfasst systematisch seine Umweltauswirkungen.
- verbessert kontinuierlich seine Umweltleistung.
- senkt Kosten und steigert seine Effizienz.
- kann bestimmte Erleichterungen in Anspruch nehmen.
- weist seine Rechtskonformität nach.
- vermittelt sein Engagement glaubwürdig an Kunden und Stakeholder.
- aktiviert Mitarbeitende in ihrem persönlichen Einsatz für das Unternehmen/die Organisation.“ (https://www.emas.de/was-ist-emas).
Folgend findest Du einen Leitfaden, wie die Umsetzung zur Beteiligung an EMAS erfolgt.

Abbildung: © Podbevsek/UGA-GS, entommen aus https://www.emas.de/fileadmin/user_upload/4-pub/Leitfaden-EMAS-Einstieg.pdf, Seite 7
Die verschiedenen Funktionsbereiche haben wir bereits im Reiter FUNKTIONALE BETRACHTUNG DER INNEREN STRUKTURIERUNG VON UNTERNEHMEN durchgenommen. Umweltschutz findet in allen Funktionsbereichen eines Unternehmens Anwendung.
Zur Wiederholung - zu der funktionalen Struktur eines Unternehmens gehören folgende Bereiche:
1. Unternehmensführung und Verwaltung
2. Einkauf
3. Produktion von Dienst- und Sachleistungen
4. Vertrieb
5. Bereitsstellung und Verwaltung von Kapital
Betrachtet wir die Beriche unter Aufgaben der jeweiligen Bereiche unter ökologischen Gesichtspunkten:
1. Unternehmensführung und Verwaltung
Die Unternehmensführung entscheidet, in welchem Maße nachhaltig gewirtschaftet wird. Nicht jedes Unternehmen schließt sich Umweltmanagementsystem wie EMAS an.
2. Einkauf
Bei nachhaltiger Unternehmensführung prüft der Einkauf die Umweltverträglichkeit und Herstellungsverfahren von Waren, Materialen oder Rohstoffen. Lieferanten erhalten ökologische Vorgaben als Mindestanforderungen gestellt. Weiter ersetzt der Einkauf Waren, Materialien oder Rohstoffe mit umweltfreundlichen Alternativen und optimiert Beschaffungswege.
3. Produktion von Dienst- oder Sachleistungen
Produktionsprozesse werden auf umweltfreundliche Verfahren umgestellt, dies beinhaltet die Reduzierung von Energie- und Wasserverbrauch, sowie die Reduzierung von Lärm, Abfallprodukten und Schadstoffen. Wenn möglich sollte auf die Verwendung recycelter oder recyclebarer Materialien zurückgegriffen werden. Ebenso wichtig ist die Qualitätsprüfung. Verbesserte Qualität eines Produktes führt zu einer längeren Lebensdauer, was wiederum die Produktion von Abfall reduziert.
4. Vertrieb
Der Vertrieb kümmert sich um eine ökologische Produktgestaltung, dies bezieht die Verpackungsart mit ein. Weg von unnützen und umweltschädlichen Plastik Verpackungen!
Informationen zu Nutzung und Entsorgung unter umweltfreundlichen Gesichtspunkten werden eingeholt und verwertet.
5. Bereitstellung und Verwaltung von Kapital (Finanzierung)
Selbst bei der Kapital Verwaltung kann nachhaltig gearbeitet werden. Bei Kapitalanlagen wie Fonds, gibt es die Möglichkeit in sogenannte Nachhaltigkeitsfonds zu investieren. Das bedeutet, dass Anteile an Firmen nur dann gekauft werden, wenn diese die Bedingungen einer nachhaltigen Unternehmensführung erfüllen.
Lerne dich schlau! Teste dein Wissen und stelle gedankliche Wissensverknüpfungen her. Schaffe Selbstbezüge zu deinem Vorwissen und deinen Erfahrungen und beschäftige dich einfach konzentriert und intensiv mit den Inhalten. Nutze dazu unsere Fact Sheets und Lernposter sowie die hier verfügbaren Videos, Audios und Power Point Präsentationen bzw. die Links zu weiteren Materialien. Teste die Fachbegriffe mit Lernkarten und vertiefe die Fachinhalte durch Übungen. Nutze die dort verfügbaren Medien. Viel Erfolg!